Dr. Deininger & Walther PartG mbB

Erbrecht · Vermögensnachfolge
Erbschaftsteuer · Bewertungen

Notizen

13.12.2017 15:39 | Christian Walther


Der Begriff "Patchwork" stammt aus dem Englischen und bedeutet Flickwerk. Genauso bunt wie eine Flickendecke sind auch Patchworkfamilien zusammengewürfelt. All diesen Familien ist gemeinsam, dass regelmäßig zwei Erwachsene mit ihren meist minderjährigen Kindern aus einer früheren Beziehung zusammenleben.

Diese Art des Zusammenlebens gewinnt immer mehr an Bedeutung. Insbesondere viele geschiedenen Eltern leben schon bald wieder in einer neuen Beziehung. Noch einmal heiraten kommt für sie nicht mehr in Betracht.  

Diese faktischen Lebensgemeinschaften werfen u.a. zahlreiche Probleme im Erbrecht auf. Insoweit ist zunächst festzustellen, dass die Partner einer solchen faktischen Lebensgemeinschaft untereinander kein gesetzliches Erbrecht haben. Auch greift die gesetzliche Erbfolge nur für die jeweils eigenen Kinder, nicht für die Kinder des Partners. Dem folgt auch das Pflichtteilsrecht.

Abhilfe verschafft bei den vielfältigen Konstellationen der Patchworkfamilien im Regelfall nur ein Testament oder ein Erbvertrag. Dabei gibt es allerdings einige Punkte zu beachten. Insbesondere die Erbschaftsteuer kann zu unliebsamen Überraschungen führen, denn die günstigen Freibeträge in Höhe von 500.000 € für Ehepartner bzw. 400.000 € für eigene Kinder oder Stiefkinder gelten regelmäßig nur sehr eingeschränkt.

Gerade durch den zusammengewürfelten Charakter der Patchworkfamlie und den sich daraus ergebenden Problemen ist bei der Nachfolgegestaltung viel Fingerspitzengefühl gefragt, um das "Nicht-passende" wieder "passend" zu machen.
 

Urheber: Christian Walther
Urheber: Christian Walther